
Über die Ausnutzung von technischer Innovation

Vannevar Bush war ein US-amerikanischer Ingenieur und Analogrechner-Pionier.
Unter der Leitung von Bush entstand zwischen 1928 und 1931 am MIT der Differential Analyzer, ein Projekt,
das später von der Rockefeller-Stiftungunterstützt wurde. Der nach der Stiftung benannte “Rockefeller Differential Analyzer”
war ab 1942 einsatzbereit und war seinerzeit die leistungsfähigste Rechenmaschine und die letzte große Innovation vor der Erfindung
des ersten Computers durch Konrad Zuse. Zudem entwickelte er in seinem 1945 publizierten Essay “As We May Think” das Konzept einer fiktiven
Maschine namens “Memex” (Memory Extender), der als ein Vorläufer des Personal Computers und des Hypertextes gilt. “As we may think” erregte
bereits damals Aufmerksamkeit und gilt als die erste Beschreibung einer informationsverarbeitenden Maschine als eines persönlichen Werkzeugs
sowie des Konzepts der
Mensch-Computer-Interaktion.
Bush war außerdem eine der wichtigsten Personen der US-Kriegsführung im Zweiten Weltkrieg und zählte zu den Mitbegründer des
militärisch-industriellen Komplexes. Er besetzte seit 1941 die Position des Direktors des Office of Scientific Research and Development
(O.S.R.D.). Eine Organisation, welche im Zweiten Weltkrieg alle militärischen Forschungsprogramme, darunter auch das Manhattan-Projekt zur
Entwicklung der Atombombe koordinierte. Bush hat als Berater von Präsident Roosevelt im Frühjahr 1941 die politische Entscheidung zum Bau der
Atombombe zwar gefördert, jedoch warnte er auch vor einem nuklearen Rüstungswettlauf, da vorauszusehen war, dass die USA nur kurzfristig ein
nukleares Monopol besitzen würden.
Quelle Vannevar Bush

Das Manhattan-Projekt ist bekannt als ein Forschungsprojekt der USA zur Kernwaffenentwicklung in der Zeit des zweiten Weltkrieges. Unter strengster Geheimhaltung erfolgte eine Arbeit von insgesamt über 150.000 Menschen unter der Leitung des Physikers J. Robert Oppenheimer. Ziel des Projektes war es, ein Absturzprogramm zur Herstellung einer Atombombe zu entwickeln und durchzuführen.
Präsident Roosevelt beschleunigte das Programm und gründete 1941 ein S-1-Komitee zur Leitung der Aktion.
Anfang des Jahres 1942 fand der große Plan den Ursprung seiner Umsetzung: Erste große Anlagen, wie das Oak Ridge National Laboratory in
Tennessee und die Anlage Hanford bei Richland Washington wurden gebaut und anschließend alle theoretischen Grundlagen für den Bau der Atombombe
vom Lost Alamos Laboratory gebildet. Weiterhin wurden Pläne für die Entwicklung und Gestaltung einer Kernwaffe im Sommer 1942 von einer Gruppe theoretischer Physiker um Robert Oppenheimer in Berkeley geschmiedet. Der danach als erfolgreich eingestufte Trinity Test hatte die ersten und einzigen kriegerischen Einsätze der Atombombe auf Hiroshima und Nagasaki
zur Folge.
Quelle Manhatten Projekt

Der Trinity-Test (engl. für Trinität, Dreifaltigkeit), welchen am 16. Juli 1945 um 5:29:45 Uhr amerikanischer
Ortszeit im Rahmen des Manhattan-Projektes stattfand, war die erste jemals erfolgte Kernwaffenexplosion.
Die Explosion setzte 88 TJ (Terajoule) Energie frei, welche mit einer Sprengkraft von 21 Kilotonnen TNT zu vergleichen ist und hinterließ einen drei Meter tiefen und 330 Meter breiten Krater in der Wüste. Die Druckwelle
war 160 Kilometer weit zu spüren und die bei der Explosion entstehenden großen Hitze ließ den Sand in der Explosionsumgebung zu grünlichem Glas schmelzen. Die atombomben-typische Pilzwolke erreichte 12
Kilometer Höhe.
Um den Test zu verbergen, meldete das Militär, dass es sich um die Explosion eines Munitionslagers gehandelt habe, und gab den wahren Sachverhalt erst am 6. August, also am Tag des Bombenabwurfs auf Hiroshima bekannt.
Waffentechnisch wurde der Test als erfolgreich eingeschätzt
und führte zur Freigabe der Waffe an die politische und militärische Führung.

Am 6. August 1945 kam es zum weltweit ersten kriegerischen Einsatz von nuklearen Waffen als die Atombombe Little Boy, einer einfach konstruierten Uranbombe, über Hiroshima abgeworfen wurde. Kurz darauf am 9. August folgte der Abwurf der Atomwaffe “Fat Man” über Nagasaki. Ebenfalls vom Implosionstyp wie Trinity mit einer Stärke im Bereich von 20 bis 22 kt.
Der Befehl zum Einsatz der neuen Waffe gab US-Präsident Harry S. Truman.
Die Atombombenexplosionen töteten insgesamt ca. 100.000 Menschen sofort (fast ausschließlich Zivilisten und
von der japanischen Armee verschleppte Zwangsarbeiter)und weitere 130.000 Menschen bis Ende 1945, welche
an den Folgeschäden der Explosion und ihrer Strahlung starben. In den nächsten Jahren kamen etliche hinzu.
Sechs Tage nach dem zweiten Bombenabwurf gab Kaiser Hirohito mit der Rede vom 15. August die Beendigung
des „Großostasiatischen Krieges“ bekannt
Mit der Kapitulation endete am 2. September der Zweiten Weltkrieg
auch in Asien, nachdem er in Europa mit der Kapitulation der deutschen Wehrmacht bereits seit dem 8. Mai 1945 vorüber war.
Das Motiv für den Einsatz der Bomben war, Japan möglichst schnell zur Kapitulation zu bewegen
und so den Krieg zu beenden. Weltweit wurden Hiroshima und Nagasaki zu Symbolen für die Schrecken des
Krieges und vor allem eines möglichen Atomkrieges zu Zeiten des Kalten Krieges .
Quelle Atombombenabwürfe